Ein dreigeteilter Bericht über das erste LandesschülerInnenparlament des Schuljahres:

Das erste LSP – ein ganz besonderes Erlebnis

Teil I:

Wie jedes Jahr trafen sich auch in diesem die Delegierten des Landesschülerparlamentes. Jedoch sollte das erste LSP dieses Jahres anders sein als alle LSPs zuvor. Wir hatten die Ehre für ganze drei Tage im Kieler Landtag tagen zu dürfen. Nach der Begrüßung übernahm auch schnell Staatssekretär Eckhard Zirkmann das Wort: Er hielt eine kleine Rede über das neue Schuljahr und dessen Veränderungen. Veränderungen gibt es allemal: Zum Beispiel haben die Gesamtschulen ab diesem Jahr als Gemeinschaftsschulen eine eigene LSV und sind nicht mehr mit den Gymnasien zusammen vertreten. Weiterhin sprach Zirkmann die finanzielle Situation von Schleswig-Holstein an und ihre Auswirkungen auf unser Bildungssystem. Zu unserem Glück hatten wir sogar die Gelegenheit, uns direkt mit Herrn Zrikmann zu unterhalten und ihm Fragen über die Schulreform, Profiloberstufe, G8/G9 und viele andere schulpolitische Themen zu stellen.

Während der Pause hatte man die Gelegenheit, die Atmosphäre des Langtages einmal richtig auf sich wirken zu lassen. Man muss sich mal vorstellen: Wir saßen in genau dem gläsernen Kubus, in dem sonst das schleswig-holsteinische Parlament  zusammenkommt, in dem sonst Landespolitik gemacht wird. Vor allem für diejenigen, die zum ersten Mal an einer LSP teilnahmen, war es eine absolut neue und besondere Erfahrung. Denn wo hat man sonst die Gelegenheit, etwas zu bewegen, wenn nicht dort?

Anschließend gab es noch eine Bitte von unserem Landesverbindungslehrer Carsten Totzke an uns Schüler:  Er sprach über die Konfliktlotsen, die eigentlich an den meisten Schulen vorhanden sind, die jedoch kaum ein Schüler kennt. Es besteht die allgemeine Problematik, dass viele Schüler nicht wissen, an welche Person innerhalb der Schule sie sich wenden können oder sollen, wenn sie an Problem haben.

Es folgte eine kleine Präsentation von Malte Kosub mit anschließender Fragerunde über sein neues Projekt „Talented“. „Talented“ ist ein Musikwettbewerb, der VON Schülern FÜR Schüler gemacht wird. Dabei kann man sich auf der Internetseite anmelden und bekommt Unterstützung von Malte und seinem Team, und das nicht nur bei der Organisation, sondern auch mit riesigen Boxen, professioneller Tontechnik und was sonst noch alles zu einem perfekten Bandcontest gehört. (Nähere Informationen dazu gibt es auf www.talented.de)

Nach den ganzen Reden, Ansprachen und Präsentationen war nun auch die direkte Teilnahme der Delegierten gefragt: die Abstimmung über Anträge. Wer nicht weiß, wie das Prozedere so abläuft, hier ein Schnellkurs: Vorne stellt sich jemand hin, der zuvor einen Antrag gestellt hat und diesen nun präsentiert. Es beginnt eine Diskussion über den Antrag, der währenddessen auch bei Bedarf umgeschrieben werden kann. Hat jeder gesagt, was er zu sagen hatte, stimmt das Plenum über Annahme oder Ablehnung des Antrags ab. Wer aber glaubt, das läuft immer ganz ruhig und gesittet ab, hat sich geschnitten. Je nach Antragsthema kann die Diskussion auch mal richtig hitzig werden und die Teilnehmer hauen sich gerne mal verbal die Köpfe ein. Macht man das alles auch noch im Landtag, hat man umso mehr das Gefühl, ein Teil eines riesigen politischen Organs zu sein.

Um kurz nach 19 Uhr wurde dann auch Schluss gemacht und wir fuhren in Shuttlebussen zum Hans-Geiger-Gymnasium, und dort zu Nächtigen und Energie für den nächsten Tag LSP voll mit Anträgen, Diskussionen und Präsentationen zu sammeln.

Der Samstag – Ein Tag voller Diskussionen

Teil II:

Als sich am Samstag alle mehr oder weniger ausgeruht im Landtag einfanden, wurde nach einer kurzen Begrüßung das „Bildungswerk für Schülervertretungen und Schülerbeteiligung e.V.“ vorgestellt. Das Bildungswerk bildet SV-BeraterInnen aus, die SVen und Schülerprojekte unterstützen. (www.sv-bildungswerk.de) Nach einem kurzen Überblick von Malte über die Struktur der LSVen SH wurden die Anträge, die am Freitag nicht abgestimmt werden konnten, behandelt.

Als erstes wurde ein Antrag auf eine Überprüfung des Grundsatzprogrammes, welche beim nächsten LSP anhand von Workshops durchgeführt werden soll, angenommen. Danach musste Antragsphase unterbrochen werden, da eine Podiumsdiskussion mit Vertretern der Parteien Grüne, SPD, Linke, CDU, FDP und SSW geführt werden sollte.

Nach einem kurzen Statement jedes Vertreters der Parteien unter denen sich auch 2 Vertreter aus parteinahen Jugendorganisationen (JU, JuSo) befanden, kam es zu einer regen Podiumsdiskussion mit vielen Gesprächspunkten von Schülerbeförderung bis hin zu G8/G9, Profiloberstufe und sogar den Universitäten Flensburg & Lübeck.

Nach dieser langen und vielseitigen Podiumsdiskussion gab es Mittagessen im Landtag.

Als alle verpflegt waren ging es voller Tatendrang an die weitere Abarbeitung der übrigen Anträge. Nach einem angenommen Antrag über Formalitäten im Grundsatzprogramm kam es zu einer langen, ausführlichen Debatte über das ein Verbot des Tragens von religiösen Symbolen durch Lehrkräfte an Schulen.

Nach vielen GO-Anträgen und Diskussionen wurde der Antrag abgelehnt, der forderte, dass die LSV ein solches Verbot anstreben sollte.

Ein ebenso stark diskutierter Antrag war Antrag „A7“ mit dem Titel „Maßnahmen zur Förderung des Patriotismus schleswig-holsteinischer Jugendlicher“, dessen Antragssteller forderten, dass die deutsche Nationalhymne und das Schleswig-Holstein Lied wöchentlich in der Schule gesungen werden sollten und dass in jedem Klassenzimmer eine Deutschlandfahne und eine Schleswig-Holstein Fahne zu hängen habe.

Der Antrag wurde nach einstündiger Diskussion abgelehnt (2/48/0)

Ein Antrag, der forderte, dass der Landesvorstand bei den nächsten Parteigesprächen auf die Rechenschwäche Dyskalkulie eingehen muss, wurde angenommen und auch ein Antrag, der fordert den Artikel 47f der Gemeindeordnung zu erhalten, welche die Gemeinden verpflichtet Kinder & Jugendliche bei Planungen zu beteiligen, die diese betreffen, wurde angenommen.

Nach einem Antrag über die Wiedereinführung der gezwungen Klassenwiederholung, der angenommen wurde und einer kurzen Pause stellte sich die LandesschülerInnenvertretung Rheinland-Pfalz vor.

Der Tag endete in einer Workshopphase, die verschiedenste Themengebiete beinhaltete. Um 19:30 Uhr brachen wir dann Richtung Schule auf.

Ein Sonntag voller Wahlen und Vernetzung

Teil III:

Am dritten und letzten Tag des LSPs, am Sonntag, wurde morgens wieder gemeinsam in der Schule gefrühstückt und danach das Gepäck zusammengepackt und die Schlafsäcke und Isomatten aufgerollt. Jeder half beim Aufräumen der Schule und dann ging es gemeinsam mit einem gemieteten Bus zum Landtag. Im Landtag angekommen, verstaute man das Gepäck und wir fingen um 10:10 Uhr erneut an zu tagen.  Ab 10:15 Uhr waren dann 47 Delegierte anwesend und der inhaltliche Teil des Tages wurde mit einer kurzen Arbeits-/Besprechungsphase zu den KSVen (Kreisschülervertretungen) gestartet. In dieser Phase setzten sich alle anwesenden Delegierten und deren Begleiter mit den anderen Delegierten aus demselben Kreis zusammen und besprachen, wie die jetzige Situation in ihrem Kreis sei und wie es werden sollte. Danach kam es zur Entlastung des alten Landesvorstandes. Entlastung des Landesvorstandes bedeutet, dass die Mitglieder für die Arbeit, die sie bis zur Entlastung für den LaVo vollbracht haben, ab der Entlastung nicht mehr zur Rechenschaft gezogen werden können. Nachdem alle alten LaVo-Mitglieder entlastet wurden, erhielten sie noch ein Anerkennungsschreiben, welche Carsten überreichte. Tim Wiegemann und Lenni Beeck hielten beide noch eine sehr emotionale Abschiedsrede über den langen Zeitraum, den sie im Landesvorstand verbrachten. Gleich danach kam es zu den Neuwahlen des Landesvorstandes. Für die Wahl wurde eine Wahlkommission gewählt, die aus Nicht-Deligierten bestand. Mittlerweile waren nur noch 45 Delegierte anwesend, die Torben Stallbaum zum Landesschülersprecher wählten und Timm Wüstenberg, Lennart Jürgensen, Malte Kosub, Delia Schimann, Max Stilke, Sarah Beuchling, Lynn Moldaenke, Vivien Windel und Florent Islami zu den stellvertretenden LandesschülersprecherInnen. Somit stand der „neue“ Landesvorstand  fest und Carsten Totzke wurde in seinem Amt als Landesverbindungslehrer bestätigt. Als Letztes wurde dann noch der Delegierte und dessen Vertretung für den Landesschulbeirat entlastet und daraufhin neu gewählt. Als Delegierter für den LSB ist nun Maximilian Iwersen tätig und als seine Vertretung Timm Wüstenberg. Als dann alle Wahlen abgeschlossen waren, füllten die Delegierten noch die Feedback-Bögen aus und um 13 Uhr war es dann Zeit, den Heimweg zu beschreiten.

Es war ein sehr schönes und produktives LSP, sodass wir uns auf das nächste tierisch freuen, danke!

Bericht vom November – LSP im Landtag

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