Aufgrund der aktuellen Diskussion zur Abschaffung des „Sitzenbleibens“, ausgelöst durch die niedersächsischen Koalitionsverhandlungen, positioniert sich nun die LSV der Gymnasien in Schleswig-Holstein zu den Vorschlägen der rot-grünen Landesregierung in Hannover.

Alle Beteiligten sollten das Wiederholen einer Klasse durch das erneute Erarbeiten des Unterrichtsstoffs als Chance und nicht als Bestrafung sehen“, erklärt Landesschülersprecher Lukas Johnsen. Florian Lienau, stellvertretender Landesschülersprecher, fügt hinzu: „Wenn wir nicht in die Bildung und damit in die kommenden Generationen investieren, in was dann?“

Durch das Wiederholen einer Klasse wird vielen Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit eröffnet, die eigenen Leistungen innerhalb eines Jahres auf den erforderlichen Stand zu bringen.

Das Ziel steht fest: Möglichst viele Schülerinnen und Schülern den bestmöglichen Bildungsweg erfahren zu lassen, der ihren Leistungen und Ansprüchen gerecht wird.

Die Attraktivität des Gymnasiums muss gesteigert und das Profil geschärft werden, und zwar so, dass die Zahl der Abiturientinnen und Abiturienten im Land steigt, der Leistungsstandard aber nicht abfällt.

Wer dieses Ziel im vorgegebenem Zeitrahmen aus verschiedenen Gründen nicht erreicht, dem muss die Chance ermöglicht werden, sich die benötigte Zeit zu nehmen.

Heterogene Klassenverbände sind kein Hindernis, sondern bereichern den Unterricht in verschiedenen Situationen, die Abschaffung des „Sitzenbleibens“ jedoch führt zu homogenen Klassenverbänden an Schulen, wie die abschlussbezogene Klassenbildung an den Gemeinschaftsschulen.

Die Landesschülervertretung Hessen führt in ihrer Pressemitteilung an, das „Sitzenbleiben“ koste viel Geld und bringe den Schülerinnen und Schülern nicht viel; dies steht diametral zum Verständnis der LSV Gym SH.
„Selbstverständlich kostet es Geld, wenn ein Schüler ein Jahr länger in der Schule bleibt, aber für Bildung und den individuellen Lernerfolg der Schüler muss mehr Geld investiert werden!“, so Lara Hammersen, stellvertretende Landesschülersprecherin.

Nach diversen Gesprächen und auch Sitzungen im Bildungsministerium in Kiel, kommt die LSV Gym SH zu dem Schluss, eine „Ehrenrunde“ kann möglicherweise durch Überzeugungsarbeit von Eltern und Schule vermieden werden, darf aber von der betroffenen Person nicht als persönliches Versagen aufgefasst werden.

Vielmehr sehen wir die Institution Schule in der Pflicht, eine angemessene Fülle an Vor- und Aufgaben anzubieten und keinen überzogenen Leistungsdruck in die Klassenzimmer zu geben.

Wünschenswert ist aus Sicht der Landesschülervertretung ein kleinerer Klassenteiler und die Förderung des binnendifferenzierten Arbeitens.

Bildung ist ein Grundrecht und muss deshalb allen Menschen ohne Einschränkung zugänglich sein.

Deshalb sollte die Schule sich darum bemühen, die Förderung der Jugendlichen in den betroffenen Fächern voranzutreiben, um beispielsweise die Kosten in einem solidarischen Nachhilfe-Angebot gering zu halten. Dazu ist der Gedanke des „Schüler-Helfen-Schülern-Prinzips“ an jedem Gymnasium in Schleswig-Holstein zu organisieren und zu etablieren“, so Johnsen abschließend.

 

Klassenwiederholung als individuelle Chance sehen

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